Lerntagebucheintrag zur 4. Vorlesung vom 11.10.07
October 15th, 2007 by christinascherreruzh4. Vorlesung: Ethnologie
Die Vorlesung vom 11. Oktober stand unter dem Kapitel, Ethnologie. Ich befasse mich in diesem Lerntagebucheintrag mit der Umsetzung des Gelernten für meine zukünftige Unterrichtstätigkeit.
In der Vorlesung wurde auf die Geschichte der südamerikanischen Urvölker eingegangen. Es ist tragisch, dass kurz nach der Einigung des Inkareichs um 1200 der Inkakönig Atahualpa von Francisco Pizarro unterworfen wurde. Ich erwähne diesen Teil der Vorlesung, weil ich hier eine Möglichkeit sehe die geografische Unterrichtsperspektive mit der historischen Bildung zu verbinden. Im Geschichtsunterricht bildet die Zeit der Entdeckungen ein zentrales Thema. Oftmals wird es sogar als erstes Geschichtsthema in der Oberstufe behandelt. Im offiziellen Geschichtslehrmittel werden die Urvölker auch behandelt, aber natürlich fehlt die Zeit um dies ausführlich zu tun. Hier bietet der Geografieunterricht die Möglichkeit die Hochkultur der Inkas und Mayas vertiefter zu thematisieren mit dem Richtziel, den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass die südamerikanischen Urvölker hoch entwickelte Kulturen waren.
Der geografische Zugang könnte beispielsweise aufzeigen, dass eine Durchmischung der Völker stattgefunden hat und, dass diese Einteilung in Indios, Mestizen, Kreolen noch heute eine soziale Hierarchie darstellt.
Sehr interessant fand ich auch den Zeitungsartikel: Die Hoffnung der Indios: Alejandro Toledo, in dem es eben gerade diese Völkereinteilung eine Rolle spielt. Toledo, welcher als Campesino bezeichnet wird, schaffte es mit Hilfe seiner Frau den Präsidenten- Wahlkampf zu gewinnen. Seine Frau setzte dabei gezielt die Inkasprache Quechua ein.
Dies widerspiegelt einen politischen Trend in Südamerika, der sich ebenfalls sehr gut als Unterrichtsinhalt eignet. Politiker sind zunehmend gebildete Personen, die ursprünglich aus einfachen Verhältnissen stammen und somit versprechen die Ureinwohner zu repräsentieren und ihnen zu verschaffen, was ihnen zusteht. Die Frage dabei ist nur ob dieses Argument nur der Propaganda oder wirklich dem Volke dient.
Eine weitere Möglichkeit um die Vermischung der Ethnien im Unterricht zu thematisieren wäre über den Dreieckshandel, der während der Kolonialzeit betrieben wurde.
Die Frage nun inwieweit diese Vorschläge, von meinen Teammitgliedern, als sinnvoll erachtet werden.
Könntet ihr euch vorstellen den Geschichtsunterricht so mit dem Geografieunterricht zu verbinden? Also die Zeit der Entdeckungen mit Ethnologie zu verbinden? Oder welche Inhalte der letzten Vorlesung würdet ihr im Unterricht umsetzen?